Eizellen-Spenderinnen

Eizellenspenden-Programm

Das Eizellenspenden-Programm wurde bei IVI bereits im Januar 1991 ins Leben gerufen und ist speziell für Frauen gedacht, die wegen einer vorzeitigen Menopause oder eines chirurgischen Eingriffs, bei dem ihnen aufgrund bestimmter Erkrankungen, wie Krebs,  gutartigen Zysten oder einer Endometriose die Eierstöcke entfernt wurden, Probleme mit der Fruchtbarkeit haben. Auch Frauen, bei denen das Risiko der Übertragung genetisch bedingter Krankheiten auf ihre Nachkommen besteht oder ältere Paare, bei denen Schicksalsschläge zum Verlust der Kinder geführt haben, die aber die Hoffnung, noch einmal Eltern zu werden, nicht aufgeben möchten, kommen für dieses Programm in Frage.

Außerdem ist die Eizellenspende auch für Frauen, die das 40. Lebensjahr überschritten haben, die Technik zur medizinisch unterstützten Reproduktion mit den besten Erfolgsaussichten. Es gibt viele Frauen, die sich auf der Suche nach dem richtigen Zeitpunkt für Nachwuchs erst in einem Alter für die Mutterschaft entscheiden, in dem ihre eigenen Eizellen bereits gealtert sind und ihre Fähigkeit zur Einnistung, Voraussetzung für die Weiterentwicklung und Schwangerschaft, bereits verloren haben. Zudem ist es ein Alter, in dem sich das Risiko chromosomaler Anomalien erhöht.

In all diesen Fällen ist der Erhalt gespendeter Eizellen der einzige Ausweg, um Mutter zu werden. Und dies ist dank der Frauen möglich, die sich den strengen Prüfungen der Eizellenspenden-Programme unterwerfen, um damit anderen Frauen zu helfen, deren sehnlichster Wunsch es ist, ein Kind zu bekommen.

Die Schwangerschaftsquote nach einem Embryonentransfer beträgt 55%. Die kumulierte Schwangerschaftsquote nach 4 Behandlungszyklen erreicht sogar 95%. Die Fehlgeburtsquote liegt bei 13% und die Quote für ektopische Schwangerschaften bei 1,28%.

Der mit den medizinisch unterstützten Reproduktionstechniken verbundene Prozentsatz an möglichen Mehrlingsschwangerschaften spiegelt sich in der Eizellenspende wider. Gem. unserer Geburten-Kasuistik ist festzustellen, dass nach einer Eizellenspende 64,70% der Empfängerinnen nur ein Kind gebaren und 33,58% Zwillinge. Nach der Geburt müssen uns unsere Patientinnen den Tag der Geburt, die Art der Entbindung und das Gewicht der Neugeborenen, etc. mitteilen, damit wir unser Register der mithilfe der medizinisch unterstützten Reproduktion geborenen Kinder entsprechend vervollständigen können.

Eizellen-Spenderinnen

Um Eizellen spenden zu können, müssen die folgenden Voraussetzungen erfüllt werden:
  • Alter : 18 - 35 Jahre 
  • In der Familie darf es keine genetisch übertragbaren Krankheiten gegeben haben 
  • Die Spenderin muss eine normale genetische Vorgeschichte haben 
  • Die Untersuchung auf folgende Geschlechtskrankheiten muss negativ ausfallen: 
    • HIV 
    • Hepatitis B und C 
    • Klinische Untersuchung auf Herpes 
    • Syphilis 
Ferner wird Folgendes untersucht:
  • Normale Funktionsfähigkeit der Fortpflanzungsorgane
  • Physische und psychische Gesundheit 
  • Medizinische Vorgeschichte der Fruchtbarkeit und/ oder adäquates Ergebnis nach einer Eierstock-Stimulation
Gem. dem Gesetz zu Techniken der medizinisch unterstützten Reproduktion muss jede Gameten- oder Embryonenspende anonym und aus freien Stücken erfolgen. IVI ist es daher untersagt, die Identität der Spender bzw. Empfänger preiszugeben und die einzigen Informationen, die der Empfängerin über die Spenderin bekanntgegeben werden dürfen, sind Angaben über deren Blutgruppe und Alter,weil sie für eine korrekte Überwachung der Schwangerschaft erforderlich sind.

Eine Eizellenspende erfolgt immer selbstlos und uneigennützig, genau wie bei allen anderen Organ- oder Körperflüssigkeitsspenden auch und darf keinen lukrativen Zweck verfolgen. IVI bezahlt diese Spende daher nicht. Allerdings ist eine Aufwandsentschädigung für die Anreise und die Behandlung, der sich die Spenderin aussetzt (Ovarial-Stimulation und anschließende Entnahme der Eizellen mit Anästhesie/ Betäubung), zulässig.

Aufgrund der Vielzahl an Nationalitäten, die die Patienten haben, die zu IVI kommen, sind Spender verschiedener Ethnien und Rassen im Programm zugelassen, um in jedem konkreten Fall die geeignetste Eizellenspende auswählen zu können. 

Die Spende von Eizellen verringert für die Spenderin nicht die Aussichten auf eine eigene Schwangerschaft  

Eizellen zu spenden bedeutet nicht, die Eizellenreserve in den Eierstöcken zu verringern. Wenn eine Frau mit durchschnittlich ca. 2 Millionen Eizellen geboren wird und während ihrer fruchtbaren Zeit nur ca. 400 oder 500 Mal einen Eisprung hat, weil pro Monat jeweils nur eine Eizelle heranreift, wo bleiben dann die übrigen?
Um auf natürliche und spontane Weise eine Eizelle pro Monat bzw. pro Menstruationszyklus zu erzeugen, muss die Natur hunderte Eizellen bilden, von denen einige wenige auserwählt werden, bis schließlich nur noch eine übrig bleibt, die beste, die dann in die eigentliche Ovulationsphase eintritt. Die übrigen, die mit dem Wachstum begonnen hatten, gehen in diesem Zyklus verloren. Die Eizellen, die sich nicht weiterentwickelt haben, werden ausgeschieden, weil der Körper sie nicht recyceln und erneut verwenden kann.
Bereits ab der Geburt gehen Eizellen in einer genetisch vorprogrammierten Geschwindigkeit verloren. Selbst während der Einnahme von Antikonzeptiva oder Ovulationshemmern, während einer Schwangerschaft oder vor der Pubertät, etc., verringert sich die Anzahl der Zellen, die wir für uns selbst brauchen können.
Mit der Gabe von Hormonen derselben Art, wie die, die für den natürlichen Monatszyklus zuständig sind, an die Spenderin der Eizellen wird die Produktion der Eizellen stimuliert, die zwar in einem nicht medikamentös begleiteten Zyklus mit dem Wachstum begonnen hätten, aber verlorengegangen wären, wenn wir sie nicht stimuliert hätten. Ihr Wachstum wird per Vaginal-Ultraschall kontrolliert, ganz genauso, wie wir es bei der Überwachung des Eisprungs während des natürlichen Zyklus´ ebenfalls tun, also um zu prüfen, wann der Eisprung bevorsteht. Der einzige Unterschied besteht darin, dass bei dieser Behandlung eine größere Zahl an Eizellen zur Ausreifung gebracht wird.
Dank unserer jahrelangen Erfahrung bei der Eisprung-Stimulation und den umfassenden Kontrollen, die wir durchführen sowie der individuellen Behandlung, die wir jeder Spenderin angedeihen lassen, stellt die Hormonbehandlung für eine Eizellenspende für die Spenderin kein nennenswertes Risiko dar, wenn sie in einem darauf spezialisierten Zentrum, wie IVI es ist, durchgeführt wird. 

Vollständige Untersuchung der Fortpflanzungsorgane der Spenderin

Frauen zwischen 18 und 35 Jahren können Eizellen-Spenderinnen werden. Um für das Eizellenspenden-Programm akzeptiert zu werden, müssen sie sich einer Untersuchung ihrer Fortpflanzungsorgane unterziehen, die in allen Einzelheiten überprüft werden und uns wertvolle Informationen über die Fruchtbarkeit der Spenderin und ihren Gesundheitszustand liefern. Die Spenderin erhält dafür eine umfassende Beratung über das bei ihr vorhandene Potential, Mutter zu werden, und zwar erheblich umfassender, als die, die eine Frau bekommt, die nur mit eigenen Mitteln schwanger werden will.
Durch einen Vaginal-Ultraschall ist es möglich, die Anatomie der Frau genau zu untersuchen und, beispielsweise, die Ursachen für unregelmäßige Monatszyklen zu entdecken und gleichzeitig das Vorhandensein von Zysten, Myomen, Polypen und sonstigen Veränderungen in den Fortpflanzungsorganen auszuschließen. Es wird also eine sehr gründliche gynäkologische und chromosomal-karyotypische Untersuchung durchgeführt. Letztere liefert die Informationen, die die Chromosomen in sich tragen, wodurch Schädigungen bei den eigenen, noch zu erwartenden Kindern oder bei denen der Eizellen-Empfängerinnen ausgeschlossen werden können. Hierzu zählt z.B. das Down-Syndrom, das durch Verlust von Genmaterial, die Verdopplung genetischer Informationen oder das Fehlen eines Abschnitts in einem Chromosom verursacht werden kann. Desweiteren wird die Qualität der Eizellen, ihre Reife und ihre Fruchtbarkeit ebenso untersucht, wie das Vorhandensein übertragbarer Krankheiten, wie das Humane Immundefizienz Virus (HIV), Hepatitis, Syphilis, Zytomegaloviren, Genital-Herpes, Röteln oder Toxoplasmose, die ausgeschlossen werden können müssen. Schließlich werden noch die Blutgruppe und der Rhesusfaktor (Rh) bestimmt.

Die Spende erfolgt ambulant 

Nach der Untersuchung der Spenderin wird die Eizellenspende durchgeführt, die in der kontrollierten Stimulation des Eisprungs besteht. Zuvor wurden der Spenderin während eines Zeitraums von ca. 3 Wochen Hormone injiziert und dabei wurde die Entwicklung ihrer Eizellen genauestens per Ultraschall und durch sonstige Analysen überwacht. Das Ende dieser Behandlung besteht schließlich in der Eizellen-Entnahme. In einigen Fällen kann die Behandlung vor der Spende abgebrochen werden müssen, z.B. wenn eine zu starke Entwicklung festgestellt wurde, die das Risiko einer Hyperstimulation birgt oder wenn das Gegenteil, eine zu geringe Produktion beobachtet wird. Dennoch kann danach ein neuer Eizellenspenden-Zyklus begonnen werden, der auf der Grundlage der aus der vorherigen Stimulation gewonnenen Erkenntnisse durchgeführt wird.
Verläuft die Entwicklung normal, werden die Eizellen ambulant entnommen. Dieser Vorgang dauert ca. 15 – 20 Minuten und geschieht mithilfe eines Vaginal-Ultraschalls und einem präzise arbeitenden, daran angeschlossenen Punktions-/ Ansaugsystem, das die Eierstock-Follikel, bzw. die Höhle, die die Eizellen enthält, direkt ansteuert, weshalb auch keinerlei sichtbare Narben entstehen. Um die Beschwerden zu verhindern, die durch das Einbringen des Gerätes in die Vagina entstehen, wird eine Betäubung verabreicht. Nach einer Stunde darf die Spenderin nach Hause gehen und kann dann ihre normale Tagesroutine wieder aufnehmen. Sollten sich danach noch Beschwerden einstellen, so sind sie mit denen einer normalen Regelblutung vergleichbar. Allerdings reagieren Frauen unterschiedlich sensibel.
IVI übernimmt im Übrigen in jedem Fall sowohl alle ärztlichen und medizinischen Kosten dieser Behandlung sowie die Kosten sonstiger, zusätzliche rUntersuchungen, die an den Spenderinnen vorgenommen werden.
Die Eizellenspende erfolgt uneigennützig, anonym und freiwillig, genau wie andere biologische Spenden, zu denen z.B. Blutspenden, Knochenmarkspenden oder Organspenden gehören. Lt. geltendem Recht ist es verboten, mit Eizellen zu handeln oder eine Spende zu entlohnen, weil das Hauptmotiv darin liegen soll, anderen Frauen selbstlos zu helfen. Genauso ist es IVI von Gesetzes wegen untersagt, der Empfängerin die Identität der Spenderin preiszugeben und umgekehrt.


Spanisches Recht

Die Spende unreifer bzw. reifer Eizellen ist eine Technik zur medizinisch unterstützten Reproduktion, bei der der weibliche Gamet von einer anderen Frau stammt, als der, die ihn oder den daraus entstandenen Embryo empfängt. Die Empfängerin trägt ihn aus und bringt den Fötus zur Welt. Die Spende weiblicher Gameten wurde in Spanien 1988 per Gesetz Nr. 35/1988 vom 22. November genehmigt. Lt. diesem Gesetz fällt die Mutterschaft der Frau zu, die den Fötus geboren hat.
Dieses Gesetz genehmigt allerdings eine Aufwandsentschädigung für die der Spenderin entstandenen Unannehmlichkeiten: Injektionen, in periodischen Abständen erfolgende Praxisbesuche und Analysen oder die Fahrten zur IVI-Klinik.
Neben der freiwilligen anonymen Spende besteht auch die Möglichkeit, dass sterile Paare, die übermäßig stark auf ihre eigene Behandlung angesprochen haben (was zu einer Überzahl an Embryonen geführt hat) ihre Eizellen zur Verfügung stellen. In diesen Fällen muss die sterile Frau spezifische Bedingungen erfüllen, was ihr Alter angeht, das oft der Grund für das Ausbleiben des Eisprungs und damit ihrer Sterilität ist und im Übrigen dieselben Kriterien hinsichtlich Serologie, Karyotyp, etc. erfüllen, wie alle anderen Eizellenspenderinnen auch. Daher sind diese Spenden an andere Paare sehr viel seltener.