Für folgende Patientinnen sind Samenspenden die geeignetste Lösung:
- Wenn der Samen ihres Partners starke pathologische Veränderungen zeigt, die zu schlechten Ergebnissen bei der In-Vitro-Fertilisation führen
- Wenn weder im Ejakulat, noch bei einer Hodenbiopsie (ambulante Behandlung mit örtlicher Betäubung) Spermien gefunden werden (Azoospermie)
- Wenn der Mann Träger einer genetischen Krankheit ist, die an den Embryonen nicht untersucht werden kann
- Wenn der Mann Träger einer Geschlechtskrankheit ist und der Virus nicht aus dem Samen entfernt werden kann
- Wenn im Samen chromosomale Anomalien festgestellt werden
- Wenn der Mann eine positive Blutgruppe hat (Status: homozigot/ reinerbig) und seine Frau eine negative Blutgruppe und obendrein isoimmun ist (erzeugt Antikörper gegen die roten Blutkörperchen des Fötus mit Blutgruppe positiv)
- Für Frauen ohne Partner.
Die Auswahl geeigneter Samenspender ist gesetzlich geregelt und sieht vor, dass nur Männer über 18 Jahren von guter körperlicher und geistiger Gesundheit in Frage kommen, bei denen entsprechende Untersuchungen auf Infektionskrankheiten einen negativen Befund ergeben haben, die einen normalen Kariotyp (Chromosomensatz) aufweisen und bei denen es keine schweren Erbkrankheiten in der Familie gibt. Die Samenspende selbst hat anonym und uneigennützig zu erfolgen. Das Gesetz genehmigt allerdings eine Aufwandsentschädigung für die bei jeder Spende entstehenden Unannehmlichkeiten.
Alle Samenproben werden zunächst tiefgefroren in sog. Samenbanken für einen Quarantänezeitraum von 6 Monaten aufbewahrt. Danach werden die Untersuchungen auf Infektionskrankheiten wiederholt, damit gewährleistet ist, dass sich der Spender zum Zeitpunkt der Samenspende nicht in der Anfangsphase einer Infektionskrankheit befunden hat.
Schließlich wird in den IVI-Kliniken, nachdem keine Infektionskrankheiten festgestellt wurden und der Samen die Einfrierung ohne Qualitätsverlust überstanden hat, der Samen für seine Nutzung bei Behandlungen freigegeben, bei denen es sich um keine anderen handelt, als solche, die an anderer Stelle bereits beschrieben wurden, also zur intrauterinen Insemination, In-Vitro-Fertilisation oder zur Befruchtung von Eizellen.